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Ausstellungen

Bernd Pfarr: Die wilde Schönheit der Auslegeware

Das Museum Wilhelm Busch zeigt bis 17. Februar 2019 eine Werkschau des 2004 verstorbenen Künstlers.

Der Maler und Zeichner Bernd Pfarr (1958–2004) gehört zu den großen deutschen Bild-Erzählern: Meisterhaft beherrschte er die gesamte Klaviatur der komischen Kunst vom klassischen Cartoon über den Comic bis hin zum gemalten Bildwitz. Mit hintergründigem Humor, Esprit und einer Prise Melancholie hat Bernd Pfarr ein höchst eigensinniges Universum geschaffen. Als "verspielter Poet des Absurden" wurde Pfarr zu Recht gepriesen. Sein "Sondermann" hat inzwischen geradezu Kultstatus erreicht. Farben, die von den satten Rot-, Blau-, Gelb- oder Brauntönen der Comic-Hefte aus den 1950er-Jahren inspiriert sind, zeichnen Bernd Pfarrs Acrylbilder aus und machen sie unverwechselbar. Zugleich wirken sie, als ob in ihnen die Zeit für einen Augenblick stillstünde, damit man in Ruhe die Architektur mit ihrem nuancenreichen Licht- und Schattenspiel beobachten, das Geschehen auf sich wirken lassen und schließlich mit Genuss die Bildunterschrift lesen kann, die nicht selten wie Sprengstoff zündet. Das Großartige an Bernd Pfarrs Bildern ist die Symbiose zwischen Text und Bild: "Im besten Fall sind meine Cartoons kleine Kurzgeschichten, die einen Moment im Leben von jemandem beleuchten", hat Bernd Pfarr einst im Gespräch mit Christian Gasser dazu gesagt.

Über Bernd Pfarr

Bernd Pfarr wurde in Frankfurt am Main geboren und hat mit seiner Frau Gabriele einen gemeinsamen Sohn. Bereits als kleiner Junge begann Bernd Pfarr, seine Umwelt zeichnerisch festzuhalten. 1972, mit 14 Jahren, veröffentlichte er seine erste eigene Bildergeschichte in einem Pfadfindermagazin. Nach seinem Abitur wechselte er 1976 an die Offenbacher Hochschule für Gestaltung. Nur zwei Jahre später hob er gemeinsam mit Winfried Secker das Underground-Comic-Magazin Hinz & Kunz aus der Taufe. Ab 1978 lieferte er Cartoons für das Pardon-Magazin und dessen Nachfolger, das Titanic-Magazin und die Satire-Zeitschrift Kowalski. 1987 entstand seine wohl langlebigste Figur: Sondermann. 17 Jahre lang lieferte er jeden Monat Cartoons des auffällig biederen Buchhalters an die Titanic-Redaktion. Als Cartoonist des ZEITmagazins wandte sich Pfarr vornehmlich der Acrylmalerei auf großer Leinwand zu. 1998 wurde er als bester deutschsprachiger Comic-Künstler mit dem Max-undMoritz-Preis geehrt. Pfarr starb am 6. Juli 2004 nach einem 20 Jahre währenden Kampf gegen den Krebs in einem Kölner Krankenhaus. Er zeichnete bis zuletzt. Seit 2004 wird am Geburtstag des Künstlers in Frankfurt am Main der Sondermann-Preis für Komische Kunst verliehen. Seine Witwe, Gabriele Roth-Pfarr, hat die Ausstellung zum 60. Geburtstag von Bernd Pfarr im Museum Wilhelm Busch mit viel Engagement und teils unveröffentlichten Arbeiten des Künstlers begleitet.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Carlsen Verlag erschienen. Bernd Pfarrs bekannteste Schöpfung "Sondermann" legt der Verlag in zwei Bänden im Schuber neu auf. Ausstellungskatalog (25 Euro) und Sondermann-Schuber (98 Euro) sind im Museumsshop erhältlich.

Parallele Ausstellung

Das Thema "Liebe" in all seinen Facetten behandelt die zeitgleich präsentierte Ausstellung im Museum Wilhelm Busch.

Termin(e): 24.11.2018 bis 17.02.2019
dienstags  mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 11:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst

  • Georgengarten 1
  • 30167 Hannover
Preise:
Eintritt 6,00 Euro
Ermäßigt 4,00 Euro