Wenn von Pierre-Laurent Aimard die Rede ist, bleiben die Superlative nicht aus: "Schlüsselfigur im Musikleben unserer Zeit“, "führender Interpret zeitgenössischer Klaviermusik“ (Klassik heute) oder einfach "der beste Pianist“, so der Komponist György Ligeti. Als Spezialist für Messiaen machte Aimard schon früh Furore. Aber sein enorm breites Repertoire schließt Bach und Debussy ebenso ein wie die deutsche Romantik.
Robert Schumann
Beim Festival widmet sich Aimard Schumanns Erfolgsstück schlechthin, dem Klavierkonzert op. 54, das der französische Pianist mit dem weniger populären d-Moll-Allegro von 1853 kombiniert. Auch Schumanns a-Moll-Konzert existierte zunächst als einsätzige Fantasie, die er erst Jahre später komplettierte, was typisch für Schumann war: Für jede Musik musste die genau zu ihr passende Form erst in einem längeren Prozess gefunden werden, um virtuose Oberflächlichkeit ging es ihm nie. Das Konzertstück op. 134 schenkte er übrigens seiner Frau Clara zum Geburtstag.
Tschaikowskys Sinfonie Nr. 1
Abgerundet wird das Programm mit Peter Tschaikowskys Sinfonie Nr. 1, die den großen Klangzauberer, den Schöpfer sinfonischer Seelengemälde, bereits erahnen lässt. Melancholische Winterlandschaften ziehen wie im Traum vorbei, bevor sich am Ende doch festliche, leuchtende Stimmung durchsetzt. Selten war Tschaikowsky so heimatverbunden wie hier - er zitiert sogar russische Volkslieder.
Um 19 Uhr wartet eine besondere musikalische Einführung auf die Besucher des Konzerts.
Programm
Robert Schumann
Konzert-Allegro mit Introduktion für Klavier und Orchester d-Moll op. 134
Klavierkonzert a-Moll op. 54
Peter Tschaikowsky
Sinfonie Nr.1 g-Moll op. 13 "Winterträume"
Interpreten
Pierre-Laurent Aimard, Klavier
Stanislav Kochanovsky, Dirigent
NDR Radiophilharmonie
Schumann-Tschaikowsky-Festival 2026