Minimalistische Wohnkonzepte in Hannover

Neue Wohnformen

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Wohnen auf kleinem Raum? Ideen dafür gibt es in Hannover schon lange. Bereits in den fünfziger Jahren entstanden hier Vorzeigebauten mit kleinflächigen Wohnungen. Heute leben noch mehr Studenten und Fachkräfte in der Stadt, die kleine, bezahlbare Wohnungen brauchen. So entstehen nun rund 300 Mikroapartments mit Flächen von jeweils 24 bis 33 Quadratmetern. Viele Gedanken zu dem Thema macht sich auch die Leibniz Universität: Dort beschäftigen sich Wissenschaftler und Studenten mit dem Forschungsschwerpunkt „Habitate der Zukunft“, also neuen Wohnformen in Städten.

 

Hannover gestern

 

Hannover Gestern

Anlässlich der internationalen Bauausstellung „Constructa“ 1951 präsentierte Hannover den sogenannten Constructa-Wohnblock an der Hildesheimer Straße. Darunter sind vor allem zwei- bis fünfgeschossige Gebäude, die in Zeiten der Wohnungsnot möglichst viele Menschen auf relativ wenig Platz unterbringen können. In den fünfziger Jahren war Hannover noch von Zerstörung durch den Krieg gezeichnet, außerdem kamen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Flüchtlinge, die eine Unterkunft brauchten. Der schnelle Wiederaufbau war deshalb besonders wichtig. Unter der Leitung des Stadtplaners Rudolf Hillebrecht entstand so der Constructa-Block zunächst als Anschauungsmodell. 500 Wohnungen entstanden so auf der rund 15.000 Quadratmeter großen Fläche.

 

Hannover heute

 

Hannover heute

Hannover, Stadt der Singles: In mehr als jedem zweiten Haushalt der Stadt wohnt nur eine Person. Sie braucht weniger Platz als eine Familie, doch kleine, bezahlbare Wohnungen sind bisher rar gesät. An drei Standorten in Hannover sollen deshalb sogenannte Mikroapartments entstehen: kleine Wohnungen mit einer Fläche von jeweils 24 bis 33 Quadratmetern und eingebauter Pantryküche. Träger des Vorhabens ist die Wohnungsbaugesellschaft „hanova“, die knapp 13 Millionen Euro investiert. Der enercity-Fonds proKlima Hannover fördert mit 66.000 Euro und auch die KfW unterstützt den Plan. Bis 2021 sollen so 300 Mikroapartments fertig sein. Die ersten 113 Wohnungen sind in der Kopernikusstraße 7B in Uni-Nähe entstanden. Im Juli 2018 haben die Einwohner ihre Wohnungen in dem fünfstöckigen Neubau bezogen. Als nächsten Schritt will hanova bis Anfang 2021 zwei weitere Wohneinheiten mit rund 200 Apartments bauen, diesmal am Klagesmarkt 17 und am Körnerplatz. Vor allem Studenten, Singles und Pendler sollen davon profitieren.

 

 

Hannover morgen

 

Hannover Morgen

Wie könnten menschliche Lebensräume in Zukunft aussehen? Diese Frage stellen sich Wissenschaftler und Studenten der Fakultät für Architektur und Landschaft an der Leibniz Universität Hannover. Weil die Herausforderungen des Zusammenlebens gerade in Städten immer größer werden, fokussiert sich die Fakultät inzwischen auf den Forschungsschwerpunkt „Habitate der Zukunft“. Dabei arbeiten die Mitglieder aus Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur, Umweltplanung und Technical Education zusammen. Eines der Projekte heißt „Urban Voids“ am Institut für Entwerfen und Städtebau, das sich mit dem Potenzial von städtischen Leerstellen auseinandersetzt – beispielsweise als Wohnraum, aber auch als Fläche mit variabler Nutzung. Als Fallstudie dient hierbei die Stadt Hannover.

Zuletzt aktualisiert: 10.03.2022