Im Großen Garten stellte die Wasserversorgung der zahlreichen Wasserspiele und vor allem der Großen Fontäne im 17. Jahrhundert ein großes Problem dar. Selbst der erfahrene Fontainenmeister Cadart kapitulierte vor dieser Aufgabe. Gottfried Wilhelm Leibniz kam schließlich 1696 auf die Idee, die Leine aufzustauen, eine Verbindung zum Garten zu bauen und den Fall des Flusses für ein Wasserhebewerk zu nutzen. Aber erst der englische Ingenieur Benson war zwanzig Jahre später erfolgreich.
Die barocken Wasserräder und Pumpen wurden um 1860 komplett erneuert. Die imposanten, mittlerweile fast 150 Jahre alten "neuen" Wasserräder und Pumpen der Wasserkunst der Herrenhäuser Gärten sind ein herausragendes technisches Denkmal. Sie sind noch voll funktionsfähig und regulieren heute den Wasserstand der den Großen Garten umgebenden Graft mit Leinewasser. Allerdings war die gesamte Anlage sanierungsbedürftig und konnte jahrelang nicht betreten bzw. besichtigt werden.
Nach aufwändiger Sanierung kann die Wasserkunst seit 2022 wieder besichtigt werden. Dieses Jahr gibt es drei Termine, am Sonntag, 19. Juli, und am Sonntag, 9. August, jeweils von 10 bis 14 Uhr, können sich Besucher*innen das technisch raffinierte System von Expert*innen erklären lassen. Eine weitere Besichtigung ist am Tag des Offenen Denkmals, am 13. September, von 10 bis 16 Uhr, möglich.
Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Da sich aus Sicherheitsgründen nur eine begrenzte Anzahl von Personen gleichzeitig in der Wasserkunst aufhalten darf, kann es zu Wartezeiten kommen. Am 19. Juli und 9. August kostet der Eintritt sieben Euro, ermäßigt fünf Euro. Am 13. September ist der Eintritt kostenlos. Kinder unter zwölf Jahren und Haustiere haben keinen Zutritt zur Wasserkunst.
Auto-Parkplätze gibt es vor Ort nicht. Ab der Haltestelle Schaumburgstraße ist die Wasserkunst in etwa 15 Minuten zu Fuß zu erreichen.