Nanas Hannover: Geschichte der bunten Wahrzeichen - Visit Hannover

Kunstikonen am Leineufer

Nanas Hannover: Geschichte der bunten Wahrzeichen

Die Nanas am Hohen Ufer

Am Leineufer thronen die berühmten Nanas von Niki de Saint Phalle. Einst umstritten, zählen die drei "drallen Damen" längst zu den begehrtesten Fotomotiven der Stadt.

Drei leuchtende Frauenfiguren, ein heftiger Kunststreit und eine besondere Verbindung zwischen Hannover und Niki de Saint Phalle: Entdecken Sie die Geschichte der Nanas am Leineufer und erfahren Sie, wie aus umstrittener Kunst eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt wurde.

Wie kamen die Nanas nach Hannover?

Seit dem 14. Januar 1974 prägen Sophie, Charlotte und Caroline das Leibnizufer in Hannover. Die drei monumentalen Frauenfiguren stammen von der Künstlerin Niki de Saint Phalle und gehören zu ihren bekanntesten Werken.

Die Aufstellung fiel in eine Zeit, in der Hannover neue Wege mit Kunst im öffentlichen Raum ging. Im Rahmen des Straßenkunstprogramms kamen Kunstwerke bewusst aus Museen und Galerien hinaus auf Straßen und Plätze. Die Nanas machten diesen Ansatz besonders sichtbar – und lösten eine Diskussion aus, die weit über ihre Formen und Farben hinausging.

Heute erscheinen die Figuren wie selbstverständlich an der Leine. Anfang der 1970er Jahre wirkten ihre üppigen Körper, intensiven Farben und selbstbewussten Posen dagegen ausgesprochen provokant.

Warum heißen die drei Nanas Sophie, Charlotte und Caroline?

Die drei Nanas tragen die Namen bedeutender Frauen mit Bezug zu Hannover:

Sophie erinnert an Kurfürstin Sophie von der Pfalz, die eng mit der Geschichte der Herrenhäuser Gärten und Hannovers verbunden ist.

Charlotte ist nach Charlotte Buff benannt, die als Vorbild für die Lotte in Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ bekannt wurde.

Caroline erinnert an Caroline Herschel, die als Astronomin wissenschaftliche Geschichte schrieb.

Warum waren die Nanas in Hannover so umstritten?

Heute gehören die Nanas zu den beliebtesten Fotomotiven Hannovers. 1974 sah das völlig anders aus.

Viele Einwohner reagierten empört auf die riesigen, farbenfrohen Frauenkörper am Leineufer. Die ungewohnten Formen und die prominente Platzierung im öffentlichen Raum sorgten für heftige Diskussionen. Eine Bürgerinitiative forderte sogar die Entfernung der Skulpturen und sammelte Tausende Unterschriften.

Damit wurde aus der Frage „Gefallen uns diese Figuren?“ schnell eine größere Debatte: Welche Kunst gehört in den öffentlichen Raum? Wer entscheidet darüber? Und darf Kunst provozieren?

Gerade diese Auseinandersetzung macht die Geschichte der Nanas für Hannover so bedeutend. Die Skulpturen veränderten den Blick auf Kunst im Stadtbild und wurden zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der Kunst im öffentlichen Raum.

Vom Protest zum Wahrzeichen Hannovers

Was zunächst Ablehnung auslöste, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil der hannoverschen Identität.

Heute sind Sophie, Charlotte und Caroline kaum vom Leineufer wegzudenken. Besucher fotografieren die farbenfrohen Figuren, Stadtführungen erzählen ihre Geschichte und unmittelbar rund um die Skulpturen pulsiert samstags der traditionelle Flohmarkt.

Was bedeuten die Nanas von Niki de Saint Phalle?

Niki de Saint Phalle entwickelte ihre ersten Nanas bereits Mitte der 1960er Jahre. Das französische Wort „Nana“ bezeichnet umgangssprachlich eine Frau und erhielt bei der Künstlerin eine neue, selbstbewusste Bedeutung.

Ihre Figuren zeigen Frauen mit kraftvollen Körpern, großen Rundungen, leuchtenden Farben und bewegten Posen. Statt sich einem zurückhaltenden oder idealisierten Frauenbild anzupassen, nehmen die Nanas sichtbar Raum ein.

Sie stehen für Lebensfreude, weibliche Stärke, Selbstbestimmung und Freiheit. Gleichzeitig tragen sie eine gesellschaftliche und feministische Dimension. Niki de Saint Phalle stellte mit diesen Körperbildern traditionelle Vorstellungen von Weiblichkeit infrage und entwickelte eine Bildsprache, die bis heute unmittelbar verständlich wirkt.

Die Nanas als Auftakt der Skulpturenmeile

Sophie, Charlotte und Caroline bilden heute den Auftakt der Skulpturenmeile Hannover. Entlang der Strecke bis zum Königsworther Platz begegnen Ihnen weitere großformatige Werke im öffentlichen Raum.

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